Fruchtbarkeit bei der Frau und dem Mann
Will man die Fruchtbarkeit einer Frau untersuchen, muss man zunächst feststellen, ob ein Eisprung stattfindet. Ist dies gegeben, fährt man mit weiteren Untersuchungen fort.
Wenn man einen Arzt aufsucht, wird man erfahren, wie eine Temperaturkurve über einen Zeitraum von 3 Monaten angelegt wird. Daran wird man erkennen können, ob die Körpertemperatur beim Eisprung ansteigt und für den Rest des Monats erhöht bleibt. Wenn das der Fall ist, hat man einen regelmäßigen Eisprung.
Die Ovulation wird durch einen starken Anstieg der Körperproduktion von LH (luteinisierendes Hormon) ausgelöst. LH wird über den Urin ausgeschieden. Deshalb kann eine Frau feststellen, wann ihre Chancen auf eine Schwangerschaft am größten sind, indem Sie den Anstieg der Konzentration von LH in Ihrem Urin misst. Dieses Prinzip wird bei der Verwendung von Ovulationstests benutzt. Ovulationstests sind sicherer als die Temperaturmethode zur Untersuchung des Eisprungs, aber die Kombination der beiden Methoden ist durchaus zu empfehlen.
Der Eisprung kann außerdem durch eine Progesteron-Blutprobe kontrolliert werden. Der Gehalt an Progesteron im Blut kann anzeigen, ob ein Eisprung stattgefunden hat.
Neben der Untersuchung von Eisprung/Hormonen wird die Fruchtbarkeit von Frauen durch eine genauere Analyse der Eileiter bestimmt. Die Eileiter sind wie oben erwähnt dünne "Röhren" und können sehr leicht verletzt werden. Fast 50 Prozent der Frauen, die wegen Kinderlosigkeit untersucht werden, haben Probleme mit den Eileitern.
Heute gibt es viele Methoden, um Paaren zu helfen, die einen starken Kinderwunsch haben und unter Kinderlosigkeit leiden. Paare, die Probleme damit haben, schwanger zu werden, werden aber auf jeden Fall durch starke Gefühlsprobleme belastet - das gilt für die Frau und auch für den Mann.
Unfruchtbarkeit bei Frauen
Unfruchtbarkeit bei Frauen kann auf vielen unterschiedlichen Faktoren beruhen, unter anderem auf hormonellen.
Fehlender Eisprung
Fehlender Eisprung ist die häufigste Ursache dafür, dass die Frau nicht schwanger werden kann. Der fehlende Eisprung ist normalerweise auf Hormonprobleme zurückzuführen, aber auch ein Defekt der Eierstöcke kann die Ursache sein, oder dass einfach kein Ei vorhanden ist - was jedoch äußerst selten vorkommt.
Während des normalen Menstruationszyklus sorgen Hormone dafür, dass die Eizellen wachsen und sich entwickeln. Viele unfruchtbare Frauen können aber zu viele oder zu wenige dieser Hormone besitzen, was dazu führen kann, dass die Eier nicht freigegeben werden oder für eine Befruchtung nicht ausreichend reifen.
Die Eileiter
Die Befruchtung des Eis erfolgt in den Eileitern, wonach das Ei weiter in die Gebärmutter wandern soll.
Die Eileiter sind dünne Röhren, deren Durchgang sich leicht verschließen kann, z. B. durch eine Infektion oder das Krankheitsbild Endometriose, bei der sich die Gebärmutterschleimhaut im Becken ansiedelt.
Sind die Eileiter verschlossen, kann das Ei nicht zur Gebärmutter wandern, was dazu führt, dass ein befruchtetes Ei zerstört wird oder dass die Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter stattfindet. Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kann für Mutter und Fötus lebensbedrohend sein.
Gebärmutterhals
Um schwanger werden zu können, müssen die Samenzellen den Gebärmutterhals passieren, um das Ei zu befruchten.
Im Gebärmutterhals befindet sich ein zäher Schleim, der normalerweise vor Infektionen schützt. Bei einigen Frauen kann dieser Schleim aber so zäh werden, dass die Samenzellen ihn nicht durchdringen können.
Unfruchtbarkeit bei dem Mann
Allgemein gesehen hat sich die Samenqualität der Männer in den vergangenen 50 Jahren verschlechtert. Niemand kennt den genauen Grund dafür. (Samenqualitätstest).
Unfruchtbarkeit beim Mann kann auf mehreren Ursachen beruhen. Samenzellen sind zum einen sehr verletzliche Zellen. Ihre Entwicklung dauert sieben Wochen, und zu jedem Zeitpunkt ihrer Entwicklung können sie von äußeren Einflüssen betroffen sein.
Eine Ursache für die Unfruchtbarkeit des Mannes kann sein, dass zu wenige Samenzellen produziert werden. Zu wenige Samenzellen sind nicht in jedem Fall gleichbedeutend mit mangelnder Fruchtbarkeit, aber die geringe Anzahl der Samenzellen rührt oft daher, dass die meisten defekt sind oder nicht beweglich genug sind (Abnormitäten).
Zu wenige Samenzellen und Abnormitäten der Samenzellen können auf hormonellen Problemen beruhen, auf anatomischen und/oder auf immunologischen Problemen. Alle Körperhormone wirken zusammen, was bedeutet, dass die meisten Körperhormone als Ursache für die mangelnde Produktion von Samenzellen in Frage kommen können. Es sind also nicht nur die männlichen Geschlechtshormone, die über die Samenproduktion entscheiden, sondern z. B. auch die Hormone der Bauchspeicheldrüse. Immunologische Probleme treten auf, wenn der Mann selbst Anikörper entwickelt, welche die Samenzellen abtöten.
Untersuchung der Fruchtbarkeit des Mannes
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit eines Mannes zu untersuchen. Die Fähigkeit der Samenzellen zur Befruchtung eines Eis kann z. B. durch einen so genannten "Spermien-Penetrationstests" untersucht werden, bei dem unter dem Mikroskop geprüft wird, wie die Samenzellen und das Sekret aus dem Gebärmutterhals der Frau aufeinander reagieren.
Man kann auch einen Samenqualitätstest kaufen, mit dem man selbst zu Hause die Qualität seines Samens testen kann. Diese Tests messen die Zahl der Samenzellen und können dadurch anzeigen, ob ein Mann fruchtbar oder unfruchtbar ist. Sie können allerdings nicht die Mobilität und eventuelle Defekte der einzelnen Samenzelle analysieren.
Rauchen, Alkohol und Stress können sich z. B. auf Qualität und Menge des Samens auswirken. Wenn ein Mann an sich schon nur kleine Samenmengen produziert, wird sich die Anzahl der Samenzellen weiter verringern, wenn er viel trinkt oder raucht, oder wenn er unter Stress leidet.
Hitze kann für die Samenzellen problematisch sein, da sie eine Temperatur von 35 Grad bevorzugen. Eng anliegende Hosen, häufiges Saunen oder hohes Fieber können daher die Fruchtbarkeitsprobleme eines Manns verstärken.
Auch Koffein scheint Defekte in den Samenzellen hervorzurufen. Männer sollten daher in Zeiträumen, in denen sie versuchen, eine Schwangerschaft einzuleiten, nicht zu viel Kaffee, Cola oder andere koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen.


